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Historische Kulturlandschaften von landesweiter Bedeutung mit Moorbezug

Die Karte gibt einen Überblick über Historische Kulturlandschaften von landesweiter Bedeutung mit Moorbezug.

Im Zuge der Erarbeitung des niedersächsischen Landschaftsprogramms (2021) wurde zum Schutzgut „Landschaftsbild“ eine landesweite Abgrenzung und Bewertung von Kulturlandschaftsräumen vorgenommen. Kulturlandschaften sind mehr oder weniger homogene Gebiete oder Räume, die ihre Prägung durch bestimmte Eigenheiten erfahren. Der Gliederung Niedersachsens in 42 individuelle Kulturlandschaftsräume liegen die folgenden Kriterien zu Grunde:

  • Naturräumliche Merkmale aus der naturräumlichen Gliederung sowie den Karten und Daten des NIBIS-Servers
  • Aktuelle Flächennutzungen aus dem Digitalen Landschaftsmodell  
  • Historische Territorien sowie aktuelle Regionsbezeichnungen
  • Sprach- und Konfessionsgrenzen
  • Bauweisen und Siedlungsstrukturen

Innerhalb der niedersächsischen Kulturlandschaftsräume wurden 75 historische Kulturlandschaften bestimmt, denen eine landesweite Bedeutung beigemessen wird [2].

In der hinterlegten Karte „kohlenstoffreiche Böden und zusätzliche Moorbiotope“ (Orange Kulisse) werden die kohlenstoffreichen Böden (BHK50) mit den Moorbiotopen angezeigt, die außerhalb der BHK50 liegen.

Anwendungsbereiche

Ziel der Karte ist es, historische Kulturlandschaften von landesweiter Bedeutung innerhalb der Karte „kohlenstoffreiche Böden und zusätzliche Moorbiotope“, aufzuzeigen.

Die Moorlandschaften Niedersachsens, wie wir sie heute vorfinden, unterliegen einer langen Entwicklungsgeschichte. Die nassen, teils nährstoffarmen, zum Teil überschwemmungsgefährdeten und somit siedlungsfeindlichen Moorlandschaften, wurden erst spät vom Menschen überformt. Es entstanden zunächst durch Entwässerung und bäuerlichen Handtorfstich zur Brenntorfgewinnung sowie der Anlage von Mähwiesen vorindustrielle, aus heutiger Sicht historische Moorkulturlandschaften. Mit der Zeit entwickelten die Menschen immer neue Verfahrensweisen zur Moorkultivierung und Moorbesiedlung, welche die Moorlandschaften stets veränderten und überprägten. Windmühlen wurden errichtet, um Entwässerungspumpen anzutreiben. Durch die Moorkolonisation entstanden für Niedersachsen typische Kulturlandschaften (vgl. Historische Kulturlandschaften[1].

Die Karte zeigt, mit u. a. Hollerkolonien, Fehngebieten, Findorffsiedlungen und historischen Handtorfstichen, typische historische Moorkulturlandschaften in Niedersachsen. Folgende Moorkulturlandschaften sind als Beispiele für historische Kulturlandschaften von landesweiter Bedeutung zu nennen:

  • HK21 Kehdinger Moorgürtel
  • HK19 Teufelsmoor um Worpswede
  • HK16 Moorriem
  • HK11 Elisabethfehn
  • HK20 Findorffsiedlung Augustendorf
  • HK25 Pietzmoor [2]
 

Erläuterungen zur Legende und zur Attributtabelle

Die Karte zeigt historische Kulturlandschaften von landesweiter Bedeutung mit Moorbezug innerhalb der Karte „kohlenstoffreiche Böden und zusätzliche Moorbiotope“ in Niedersachsen. In der Attributtabelle sind u.a. die Historischen Kulturlandschaften landesweiter Bedeutung (HKlB) mit der jeweiligen HK Nr. dargestellt.

In der hinterlegten Karte „kohlenstoffreiche Böden und zusätzliche Moorbiotope“ (Orange Kulisse) werden die kohlenstoffreichen Böden (BHK50) mit den Moorbiotopen angezeigt, die außerhalb der BHK50 liegen.

Hintergrund und Kartenerstellung

Eingangsdaten

Im Rahmen der 2015 begonnen Neuaufstellung des Niedersächsischen Landschaftsprogramms ist der Themenkomplex „Kulturlandschaftsgliederung/Historische Kulturlandschaften“ in einem Fachgutachten bearbeitet worden. Das Fachgutachten beinhaltet eine Gliederung und Beschreibung der 42 Kulturlandschaftsräume Niedersachsens. Darüber hinaus wurden auch die 75 historischen Kulturlandschaften von landesweiter Bedeutung identifiziert, abgegrenzt und beschrieben. Im Niedersächsischen Landschaftsprogramm (2021) ist die landesweite Karte „Kulturlandschaftsräume“ sowie die landesweite Karte „Historische Kulturlandschaften landesweiter Bedeutung“ veröffentlicht [2].

Die Erläuterungen zu den Eingangsdaten der hinterlegten Karte „kohlenstoffreiche Böden und zusätzliche Moorbiotope“ finden sich unter den jeweiligen Kartentexten BHK50 und Moorbiotope.

Methodische Aufbereitung

Die Karte „Moore mit besonderer Bedeutung für die landschaftsgebundene Erholung“ wurde mit der Karte „kohlenstoffreiche Böden und zusätzliche Moorbiotope“ in einem Geoinformationssystem (GIS) verschnitten. Außerdem wurde die Karte „kohlenstoffreiche Böden und Moorbiotope“ in einem Geoinformationssystem (GIS) mit der Karte „Moore mit besonderer Bedeutung für die landschaftsgebundene Erholung“ überlagert.

[1] Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (Hrsg.). (2016). Programm Niedersächsische Moorlandschaften. Grundlagen, Ziele, Umsetzung. Hannover.

[2] Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (Hrsg.). (2021). Niedersächsisches Landschaftsprogramm. Hannover.

NLWKN: Wiebke Saathoff, Alexander Harms & Lennard Heidberg (2023)