Zentrale Informationen zu den niedersächsischen Mooren

Unter rund 400 000 ha der niedersächsischen Landesfläche befinden sich Moorböden. Niedersachsen beheimatet damit rund 38 Prozent der bundesweiten Moorflächen und ist das moorreichsten Bundesland Deutschlands. Diese Besonderheit prägte die Entwicklungs- und Nutzungsgeschichte der moorreichen Regionen. Die wertvollen, aber auch nassen Moorgebiete erfuhren in der Vergangenheit vielmals Entwässerung, Urbarmachung und Abtorfung. Nicht nur aufgrund der Rolle im Klimaschutz, sondern auch wegen des besonderen Lebensraums für bedrohte Arten rücken die Moore Niedersachsens mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein.

Um den Zustand der niedersächsischen Moore besser zu verstehen und Projekte zum Moormanagement anhand dessen planen zu können, stellt das Moorinformationssystem MoorIS vielfältige Informationen auf einer zentralen Plattform bereit. Das Informationssystem ist ein wichtiger Baustein des Programms „Niedersächsische Moorlandschaften“ und soll die praktische Umsetzung des Programms ermöglichen.

 

Updates seit dem MoorIS-Launch

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© LBEG
Karten

Karten

Die niedersächsischen Moore lassen sich nicht durch einzelne Zahlen oder Aussagen beschreiben. Daher zeigen Themenkarten unterschiedliche Inhalte zum Boden, Klima, Wasserhaushalt, Arten- und Biotopschutz, der Kulturlandschaft, der Nutzung und den Schutzprogrammen. Diese Karten zeigen flächendeckende Informationen zu den Mooren in Niedersachsen. Die Erläuterungen geben Hintergrundinformationen zu den Karten. Moorbohrungen und Profilansprachen sind in den Lageinformationen ihrer Bohrpunkte zu finden.

 
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© Blankenburg
Moorgebiete

Moorgebiete

Moorgebiete weisen abhängig von der Lage und Nutzung sehr unterschiedliche Merkmale sowie Ausprägungen auf. Im Rahmen der Erarbeitung des niedersächsischen Moorkatasters in den 1970er und 1980er Jahren kartierten und beschrieben Heinrich Schneekloth und Kollegen erstmals systematisch Hoch- und Niedermoore mit einem Durchmesser von mehr als 200 m. Jedes beschriebene Moorgebiet wird auf einer Seite charakterisiert. Vorhandene Bilder und verknüpfte Moorprojekte werden ebenfalls auf der Moorgebietsseite präsentiert.

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© Huth
Moormanagement

Moormanagement

Hinsichtlich der Relevanz für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz gibt es viele Bestrebungen die Nutzung oder die Struktur der Moorflächen zu verändern. Zentrale sind dafür unterschiedliche Managementstrategien, nach denen Maßnahmen zur Erreichung unterschiedlicher Ziele umgesetzt werden. Die in Niedersachsen verbreiteten Vorgehensweisen im Moormanagement betrachten vor allem torfschonende und klimaschonende Wege der Nutzung bzw. erfolgreiche Renaturierungen genutzter Flächen.

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© Höper
Moorprojekte

Moorprojekte

Die Umsetzung von Moormanagementplänen findet oftmals im Rahmen von Projekten statt, die durch unterschiedliche Förderprogramme, vor allem von der europäischen Union, finanziert werden. Diese Projekte verfolgen unterschiedliche Ziele des Moorschutzes. Sie können zum Beispiel Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushalts auf mehrere Flächen unterschiedlicher Moorgebiete betreffen oder aber auch die Arbeit in der Umweltbildung zum Mooren lokal bzw. landesweit vorantreiben.

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© Zoch
Moorwissen

Moorwissen

Es ist einfacher zu schützen, was man kennt. Wie entstehen eigentlich Moore? Wie sieht ein Moor aus? Warum sind eigentlich so viele Moore in Niedersachsen? Die Antworten auf diese Fragen und viel mehr Wissenswertes zu den Mooren in Niedersachsen kann in Moorwissen entdeckt werden. Beschreibungen zur Nutzung und zum Schutz der besonderen Lebensräume in der Vergangenheit und heute zeigen, wie sich der gesellschaftliche Blick und das Verständnis verändert hat.

Im Programm Niedersächsische Moorlandschaften aus dem Jahr 2016 beschloss die Landesregierung die Entwicklung eines Moorinformationssystems. Die Plattform strebt die Bereitstellung vorhandener und zukünftig gewonnener Informationen zu den Mooren in Niedersachsen einerseits für ein Fachpublikum und andererseits für interessierte Bürger:innen an. Vorerst stehen Inhalte, die den Landesbehörden vorliegen im Vordergrund der Arbeit zur Datenzusammenstellung und-aufbereitung. Das Projekt MoorIS arbeitet in den Jahren 2018 bis 2022 als Kooperation des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).